RBW bittet Staatsanwaltschaft um Aufklärung

  • 19. Mai 2021

Am 14. Mai 2021 haben ein Spiegel-Artikel und ein TV-Bericht der SWR-Landesschau über angeblichen Machtmissbrauch von DRV-Funktionären am Siebenerrugby-Bundesstützpunkt Heidelberg große öffentliche Aufmerksamkeit erregt und den deutschen Rugbysport erschüttert. Seither klingeln die Telefone pausenlos, weil viele SportfreundInnen besorgt sind und großen Schaden für unseren Sport und unsere SpitzensportlerInnen im olympischen Bereich befürchten. Leider haben die Stellungsnahmen des Präsidiums des DRV, das die beschuldigten Mitarbeiter deutlich stützt, die Angelegenheiten nicht aufklären können. Nach unserer Überzeugung wird es den Gremien des Rugbysports kaum möglich sein, die komplexen Angelegenheiten umfassend, neutral, fair und zeitnah zu erhellen. Das Vorhaben des DRV-Präsidiums, eine Ethik-Kommission einzusetzen und um Klärung zu bitten, wird ausdrücklich begrüßt. Ergänzend dazu hat sich unser Vorsitzender Claus-Peter Bach (Plankstadt), der unserem Landesverband seit 1986 vorsteht, am Vormittag des 18. Mai 2021 an die Staatsanwaltschaft Heidelberg gewandt und die Damen und Herren der Behörde gebeten, die Argumente der anklagenden Spieler, die Einlassungen des DRV-Präsidiums und, sofern sie sich dazu äußern möchten, die Argumente der beschuldigten Funktionäre unvoreingeneommen zu bewerten und die nötigen Schlüsse zu ziehen. Wir werden die uns vorliegenden Presseberichte, Stellungnahmen und sonstigen – zum Teil anonym erhaltenen – Papiere zusammenstellen und komplett und ohne persönliche Wertung der Staatsanwaltschaft Heidelberg als zuständiger neutraler Ermittlungsbehörde übergeben. Wir sind Sportler, die zu fairem Umgang miteinander erzogen wurden. Wir sind keine Ermittler, keine Advokaten und erst recht keine Richter. An einer Aufklärung dieser Angelegenheit muss uns aber allen gelegen sein. Denn der deutsche Rugbysport ist gegenwärtig auf eine Art und Weise Gesprächsthema, die wir als außerordentlich schädlich betrachten.